Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige – Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als eine der wichtigsten Versicherungen. Statistiken zeigen: Jeder fünte Angestellte und jeder dritte Arbeiter scheidet vor Erreichen des Rentenalters wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit aus dem Berufsleben aus. Die Hauptursachen sind Herz- und Kreislauferkrankungen, orthopädische Beeinträchtigungen, Krankheiten der Nerven oder Psyche, Tumore und innere Krankheiten. Dabei spielen Unfälle nur eine untergeordnete Rolle.
Staatliche Leistungen bei Berufsunfähigkeit
Die staatlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit sind vergleichsweise gering: Wenn Sie mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben und mindestens drei Jahre lang in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Berufsunfähigkeit plichtversichert waren, haben Sie nur Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente, falls Sie vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden.
Als berufsunfähig gelten Sie für die gesetzliche Rentenversicherung, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen (Nachweis durch den Arzt erforderlich) in Ihrem oder einem anderen zumutbaren Beruf weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können. Wenn Sie erst nach dem 2. Januar 1961 geboren oder erst nach 2000 in die Rentenversicherung eingetreten sind, können Sie nur eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente bekommen. Das bedeutet, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden (volle Erwerbsminderung) beziehungsweise zwischen drei und sechs Stunden (halbe Erwerbsminderung) täglich arbeiten können, egal in welchem Beruf und unabhängig davon, ob ein Arbeitsplatz tatsächlich zur Verfügung steht.

Die Frage ist nicht ob, sondern welche Versicherung Sie bekommen

– Die Frage bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht, ob Sie irgendeine Versicherung, sondern ob Sie eine gute Versicherung bekommen, die Ihre Risiken auch abdeckt. Leider haben viele Versicherungen sehr strenge Ausschlussklauseln.
– Daher empiehlt sich eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit: Doch leider gibt es hier eine
Vielzahl von Angeboten mit teilweise großen Unterschieden bei Beitragszahlung und Leistung. Ein
Vergleich wird dadurch erschwert, dass die einzelnen Versicherungsunternehmen auch unterschiedliche Formulierungen für die gleichen Sachverhalte verwenden. Auch wenn es kompliziert ist: Schauen Sie genau hin, denn die richtige Versicherung entscheidet darüber, ob Sie im Krankheitsfall etwas bekommen oder nicht.
– Darauf sollten Sie bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung achten:
– Um keine Nachteile zu haben, sollten Sie der Versicherung nicht mitteilen, ob Sie bereits bei anderen
Unternehmen Anträge gestellt haben, die abgelehnt wurden. Allerdings: Da entsprechende Ablehnungen zentral erfasst werden, sind sie jeder Versicherungsgesellschat zugänglich – diese können daher leicht herausinden, ob Sie bereits bei anderen Versicherungen abgelehnt wurden. Um dies zu umgehen, bleibt Ihnen nur, die Angebote nicht nach und nach, sondern möglichst alle gleichzeitig einzuholen.
– Achten Sie darauf, dass in den Antragsformularen nur nach Krankheiten und Beschwerden gefragt wird, die nicht länger als fünf Jahre zurückliegen (bei stationären Klinikaufenthalten nicht länger als zehn Jahre).
– Schreiben Sie fest, dass auf Antrag auch eine zinslose Stundung der Beiträge möglich ist, ohne dass der Versicherungsschutz verloren geht. Das ist wichtig, wenn Sie zeitweise kein Einkommen haben.
– Klären Sie, ob der Versicherer auf die Anwendung von Paragraph 41 des Versicherungsvertragsgesetzes verzichtet. Dieser würde der Versicherung erlauben, nachträglich vom Vertrag zurückzutreten oder den Beitrag zu erhöhen, wenn bereits bei Vertragsbeginn ein erhöhtes Risiko vorlag, das Ihnen aber nicht bekannt war und das Sie deshalb nicht angegeben haben. Wichtig: Schließen Sie das Kündigungs- und das Beitragserhöhungsrecht aus diesem Grund aus oder begrenzen Sie dieses Recht zumindest auf maximal fünf Jahre.
– Wählen Sie eine Versicherung, die bei verspäteter Meldung einer Berufsunfähigkeit rückwirkend zahlt. Einige tun dies bis zu drei Jahren.
– Legen Sie vertraglich fest, dass die Berufsunfähigkeit anerkannt wird, wenn ein Arzt sie für »voraussichtlich sechs Monate« prognostiziert, und nicht, wie in einigen Verträgen, für drei Jahre.
– Stellen Sie sicher, dass Sie den Arzt, der Ihre Berufsunfähigkeit bescheinigt, frei wählen können.
– Vereinbaren Sie einen Versicherungsschutz, der mindestens bis zum 65. Lebensjahr gilt – besser noch bis zum 67. Lebensjahr.
– Lassen Sie keine (abstrakte) Verweisung im Vertrag zu.
– Vermeiden Sie Verträge, mit denen die Versicherung bestimmte Vorerkrankungen ausschließen will.
– Vermeiden Sie Verträge, in denen die Versicherung verlangt, dass Sie den Wechsel in einen anderen, riskanteren Beruf oder die Aufnahme eines risikoreichen Hobbys nachmelden und dann dementsprechend höhere Beiträge zahlen. Besser: Die einmal vereinbarten Bedingungen gelten auch bei Veränderungen weiter.
– Lassen Sie sich eine Nachversicherungsgarantie zusichern, mit der Sie ihre Beiträge (und damit auch die späteren Leistungen) ohne erneute Gesundheitsprüfung nachträglich erhöhen können (beispielsweise bei Heirat, Geburt, Einkommenszuwachs oder Immobilienerwerb).
– Regeln Sie, dass der Schutz weltweit gilt, also auch, wenn Sie später einmal ins Ausland ziehen.
– Akzeptieren Sie keine Klauseln, die Ihnen im Fall einer Berufsunfähigkeit bestimmte Heilbehandlungen vorschreiben.

2017-02-03T17:55:29+00:00