Betriebliche Altersvorsorge entlastet staatliches Pensionssystem

Aufgrund der demografischen Entwicklung und der damit entstehenden zunehmenden Lücke im staatlichen Pensionssystem benötigen Pensionisten zusätzliches Einkommen, um den Lebensstandard, der während der Erwerbstätigkeit erreicht wurde, in der Pension halten zu können. Ein stetig wachsender Bundesbeitrag zu den Pensionen ist aufgrund der enormen Staatsverschuldung jedoch nicht realistisch. „Wenn man den aktuellen Prognosen Glauben schenken darf, werden wir bis 2013 bereits die 80-Prozent-Schwelle in der Staatsverschuldung überschreiten“, sagt Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstands der Vorsorge Holding AG.

Aufgrund der demografischen Entwicklung lastet ein immer größer werdender Finanzierungsdruck auf der staatlichen Pensionsversorgung, die durch den Bundesbeitrag ausgeglichen werden muss. 2008 betrug der Zuschuss bereits rund 4,9 Mrd. Euro bei einer Gesamtsumme von 26,4 Mrd. Euro an Pensionszahlungen aus der Sozialversicherung. „Das staatliche Pensionssystem ist zwar als Grundabsicherung absolut unerlässlich. Langfristig gesehen müssen sich in Österreich jedoch – wie auch in vielen anderen europäischen Ländern – drei starke, sich ergänzende Säulen entwickeln“, so Zakostelsky.

Österreich mit Aufholbedarf, Zurzeit sind knapp zehn Prozent der gesamten Pensionsleistungen in Österreich auf Kapital gedeckte Pensionssysteme zurückzuführen. Davon entfällt jeweils rund die Hälfte auf betriebliche bzw. individuelle Vorsorge. International gesehen hat Österreich hier noch akuten Aufholbedarf. In den Niederlanden sind etwa 50 Prozent des Systems Kapital gedeckt, in der Schweiz sogar 58 Prozent. „Die Finanzkrise hat zwar kurzfristig das Anlageergebnis aller Pensionskassen massiv gedrückt und Kritik an Kapital gedeckten Systemen aufkommen lassen. Für eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Pensionskassensystems ist jedoch immer die langfristige Betrachtung im Sinne des Vorsorgegedankens essenziell“, meint Zakostelsky auf Nachfrage von pressetext.

Zudem begrüßt Zakostelsky die Reform des Pensionskassen-Gesetzes. „Die hohen Rechnungszinsen aus den alten Sonderverträgen der 90er-Jahre sind der Hauptgrund für Pensionskürzungen, selbst in wirtschaftlich guten Jahren“, betont Zakostelsky. „Das Ziel der vieldiskutierten Reform des Pensionskassengesetzes muss es sein, eine höhere Stabilität im Sinne der Pensionsempfänger sicherzustellen, um das System sinnvoll weiterzuentwickeln und als starke zweite Säule flexibler und attraktiver zu machen“, ergänzt Zakostelsky.

Mit der Gründung der Vorsorge Holding AG im September 2008 haben die Raiffeisen Bankengruppe und die UNIQA Versicherungen ihre Aktivitäten im Bereich der betrieblichen Vorsorge gebündelt. Heute positioniert sich die Unternehmensgruppe als Kompetenzzentrum in der Betrieblichen Altersvorsorge und baut auf die Expertise der rund 180 Mitarbeiter ihrer vier Konzerntöchter: der ÖPAG Pensionskassen AG, deren Tochter BAV Pensionskassen AG, der ÖVK Vorsorgekasse AG und der PlanPension Vorsorgeberatung GesmbH.

„Die Zusammenführung und Eingliederung von vier Einzelunternehmen in eine gemeinsame Holding-Struktur war ein wesentlicher Meilenstein und eine der größten Herausforderungen im heurigen Geschäftsjahr“, sagt Zakostelsky. „Umso mehr freut es mich, berichten zu können, dass wir diese Konsolidierungsphase dank der tatkräftigen Unterstützung aller Mitarbeiter erfolgreich abgeschlossen haben und nun gestärkt als gemeinsame Unternehmensgruppe auftreten. In unserem Markenauftritt nach außen wird sich dieser Zusammenschluss ab März 2010 auch widerspiegeln“, ergänzt Zakostelsky.

Text: Betriebliche Altersvorsorge entlastet staatliches Pensionssystem

[ARForms id=103]

 

2016-08-14T09:53:03+00:00