Die Stimme als Markenbotschafter für Unternehmen – Der bayrische Dialekt kommt deutschlandweit am besten an. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens hervor, die im Auftrag von Nuance durchgeführt wurde. Dagegen werden Thüringisch, Sächsisch und Pfälzisch als am wenigsten einladend beurteilt. Bei der Frage: „Welche Dialekte hören Sie überhaupt nicht gerne, wenn Sie beispielsweise mit einer Person einer Behörde oder eines Unternehmens telefonieren?“ gibt mehr als jeder zweite Befragte zu Protokoll, den sächsischen Dialekt nicht besonders gerne zu hören.

Beim telefonischen Kundendienst präferieren die meisten Deutschen einen Gesprächspartner, der den gleichen Dialekt wie man selbst spricht. Bei der Frage, ob eine weibliche oder männliche Stimme am Telefon sympathischer und einladender ist, empfinden ein Drittel der Männer eine weibliche Stimme sympathischer. Männer haben auch eher zu einer weiblichen Stimme Vertrauen als zu einer männlichen. Frauen dagegen haben deutlich seltener eine Präferenz, wenn es um die Sympathie und das Vertrauen männlicher und weiblicher Stimmen geht.

Markenimage erfordert spezielle Stimmcharakteristika

Die Studie konnte nachweisen, dass es allgemeingültige Anforderungen an die Stimme einer Marke gibt. Sie muss bei seriösen Firmen eher informativ, helfend und sachlich sein. Die Anforderungen an die Stimme werden vom Image der jeweiligen Marke beeinflusst. Für die Unternehmen, die als traditionsreiche, seriöse Dienstleister gelten, sind die bevorzugten Eigenschaften der Stimmen „innovativ“, „sachlich“, „seriös“ und „helfend“.

Emotionale Stimmcharakteristika wie „lässig“, „autoritär“ oder „kokett“ sind dagegen weniger gefragt. Bei Unternehmen, die ein jüngeres Publikum ansprechen, sollte die Stimme zusätzlich zu den Eigenschaften „innovativ“ und „helfend“ vor allem „lebendig“, „fröhlich“, „lässig“ und „unbeschwert“ klingen.

Einheitliches Stimmbild

Viele Unternehmen führen regelmäßig Untersuchungen durch, wie ihre Marke visuell und hörbar von Konsumenten und Kunden erlebt wird. Die Stimme zählt dabei zum Markenpotenzial von Firmen. Sie kann nicht nur für Radio- und TV-Werbung genutzt, sondern auch im Call Center eingesetzt werden. Die Stimme kann den Anrufer begrüßen, Auskünfte erteilen und weitervermitteln. Da der telefonische Kontakt für Kunden mit den unterschiedlichsten Anliegen der gängige Weg ist, könne man den Wiedererkennungswert nach Erkenntnissen von Nuance deutlich steigern, indem die aus der Werbung für das Unternehmen bekannte Stimme die Anfragen der Kunden aufnimmt.

„Es ist eine menschliche Reaktion, auf Stimmen unterschiedlich zu reagieren. Dabei spielen das Geschlecht, der Dialekt und die Stimmlage eine sehr große Rolle“, sagte Nuance-Generalmanager Michael-Maria Bommer bei der Vorstellung der Studie in München. Die Umfrage belege, wie wichtig diese Faktoren für Unternehmen sind, denn von ihnen hängt im Wesentlichen ab, wie ein Anrufer am Telefon reagiert.

„Viele Unternehmen führen genaue Regeln ein, wie ein Logo visuell platziert werden darf, aber selten wird festgelegt, wie es Kunden gegenüber klingen muss. Wir sehen daher ein großes Potenzial von künstlichen Stimmen, da die Qualität so gut ist, dass man nur noch schwer zwischen Original und Nachbildung unterscheiden kann“, so das Fazit des Sprachcomputer-Spezialisten Bommer.

Text: Die Stimme als Markenbotschafter für Unternehmen

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