Fahrraddiebstahl: 2016 Versicherungsschaden von 100 Millionen Euro

Fahrraddiebstahl: 2016 Versicherungsschaden von 100 Millionen Euro – Der Schaden für Versicherungen ist enorm!  Beim Fahrraddiebstahl haben die Versicherungen 2014 in Deutschland einen Schaden von 100 Millionen Euro beglichen. Das sind zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr, berichtet die „Welt am Sonntag“. „Der Schaden pro Geschädigten beträgt im Schnitt 490 Euro“, sagte Alexander Küsel, Leiter der „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft“-Schadenverhütung. Das Geld wurde für 210.000 entwendete Räder gezahlt, die versichert waren. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Insgesamt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr rund 340.000 gestohlene Räder, ein Anstieg um 7,2 Prozent gegenüber 2013. Der Bundesvorsitzende des „Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs“ (ADFC), Ulrich Syberg, sagte der „Welt am Sonntag“: „Radklau ist ein Massendelikt, das der Staat aber bagatellisiert.“ Er forderte sichere Fahrradparkhäuser, Abstellplätze an Bahnhöfen sowie öffentlichen Gebäuden – und vor allem eine bessere Aufklärungsarbeit. „Die Polizei muss mehr Fahndungsdruck aufbauen. Sie sollte mehr Ermittler einsetzen – und beispielsweise mit Beamten in Zivil Fahrradabstellplätze an Bahnhöfen überwachen“, so Syberg.
Ein kurzer Blick in das Gesetzbuch: Die Strafbarkeit
Wegnahme und Benutzung eines fremden Fahrrades stehen unter Strafe unabhängig davon, ob das Rad angeschlossen war. Einschlägige Strafnormen in Deutschland sind:
§ 248b Absatz 1,2 StGB – Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs
„Wer … ein Fahrrad gegen den Willen des Berechtigten in Gebrauch nimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. Der Versuch ist strafbar.“
§ 242 StGB – Diebstahl
„Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.“
§ 243 StGB – Besonders schwerer Fall des Diebstahls
„In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter … eine Sache stiehlt, die durch … eine … Schutzvorrichtung gegen Wegnahme besonders gesichert ist …“
§ 246 StGB – Unterschlagung
„Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. … Der Versuch ist strafbar.“

2017-06-30T20:27:24+00:00