GKV kritisiert Umsetzung der Termin-Servicestellen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hat die Umsetzung der neuen Termin-Servicestellen durch die Kassenärzte kritisiert. „In der Vorbereitung scheint bei den Kassenärztlichen Vereinigungen nicht alles optimal gelaufen zu sein. Man kann sich schon fragen, ob die Sprechzeiten überall ausreichend sind oder ob nicht zum Beispiel ein Online-Terminservice ein zeitgemäßes Angebot gewesen wäre“, sagte die GKV-Vorsitzende Doris Pfeiffer der „Welt am Sonntag“.

Die neuen Vermittlungsstellen für Facharzttermine, zu der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die bundesweit 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) per Gesetz verpflichtet hatte, sind zum Wochenbeginn gestartet. Ziel ist es, gesetzlich Versicherten bei dringenden Anliegen schneller zu einem Termin zu verhelfen. Allerdings meldeten mehrere Versicherungen nach der ersten Woche einen eher schleppenden Start. „Wir haben mit einer deutlich größeren Nachfrage gerechnet“, hieß es etwa bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. In den ersten vier Tagen seien knapp 800 Anrufe eingegangenen, mit deutlich sinkender Tendenz. Davon hätten nur 113 Anfragen die Bedingungen für eine Terminvermittlung erfüllt.

In Berlin gingen den Angaben der dortigen KV zufolge jeweils 80 Anrufe in den ersten beiden Tagen ein. Allerdings seien drei Viertel davon nicht für eine Terminvermittlung infrage gekommen. „Wenn ein Produkt in den ersten Tagen nach Markteinführung dermaßen floppt, liegt der Verdacht nahe, dass dieses Produkt völlig an den Bedürfnissen der Patienten vorbei konzipiert wurde“, sagte ein Sprecher der KV Hessen.

Text: GKV kritisiert Umsetzung der Termin-Servicestellen
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2016-09-10T10:15:41+00:00