Verbraucherschützer: Standmitteilung von Lebensversicherern nutzlos

Die jährlichen Standmitteilungen der Lebensversicherer sind für Kunden weitgehend nutzlos. Das hat eine Untersuchung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) ergeben, die der Wochenzeitung „Die Zeit“ exklusiv vorliegt. Demnach verwenden die deutschen Lebensversicherer mindestens 68 Varianten von Standmitteilungen, die sich inhaltlich und sprachlich stark voneinander unterscheiden – was einen Vergleich der Policen nahezu unmöglich macht.

Kunden könnten kaum herausfinden, ob ihre Lebensversicherung überhaupt zu ihren Lebensumständen passt, kritisieren die Verbraucherschützer. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Versicherer eine einheitliche Sprache verwenden würden, damit Kunden die Leistungen vergleichen können“, sagt vzbv-Vorstand Klaus Müller. „Letztlich muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass Sprache und Inhalt von Standmitteilungen brauchbar sind. Freiwillig tun das die Versicherer nicht und gefährden damit die gesamte Idee einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge.“ Mit mehr als 23 Millionen Verträgen stellen klassische Kapitallebensversicherungen die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge dar.

Über die Wertentwicklung sollen die Versicherungsgesellschaften ihre Kunden regelmäßig informieren. Doch gut 26 Prozent dieser Standmitteilungen enthalten der Untersuchung zufolge nicht einmal die wenigen gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben. Den etwas strengeren freiwilligen Branchenstandard verfehlen 53 Prozent aller Standmitteilungen – er sieht unter anderem die Angabe von Rückkaufswerten bei einer Kündigung des Vertrags vor. Die wünschenswerte Angabe aller bisher eingezahlten Beiträge fehlt sogar bei allen Anbietern.

Text: Verbraucherschützer: Standmitteilung von Lebensversicherern nutzlos
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2016-09-09T15:59:46+00:00