Versicherungen: Welche für Hausbau und Bauherren wichtig sind!

Welche Versicherungen im privaten Umfeld ratsam sind, so würden neun von zehn Personen direkt auf die private Haftpflichtversicherung tippen. Nur wie sieht es aus wenn ich ein Haus baue und bspw. ein Gerüst umkippt und in eine Baugrube fällt oder Menschen von herunterfallenden Bauteilen getroffen werden?  Für den Bauherrn ist es in im doppelten Sinne in vielen fällen Neuland.

Und hier gilt zunächst; Spontanität will wohl überlegt sein.

Im diesem Artikel möchten wir darüber Aufschluss geben, welche Versicherungen im Einzelnen für den Bauherrn ratsam sind, desweiteren erhalten Sie 25 Tipps für den Bauherrn, vielleicht ist ja der eine oder andere anregende Tipp dabei dabei für Sie.
Nur für die gesamte Bauzeit:

  1. Bauleistungsversicherungen & Bauwesenversicherungen
  2. Feuer-Rohbauversicherung
  3. Baufertigstellungsversicherung
  4. Bauherrenhaftpflichtversicherungen
  5. Versicherungen alle Bauhelfer

Nach der Bau Fertigstellung:

  1. Die Gebäudeversicherung
  2. Die Elementarschadenversicherung

Personenversicherungen:

  1. Restschuldversicherung mit Kreditausfallversicherung und Arbeitslosigkeit-Versicherung

Hausbau: 25 Tipps beim Hausbau
Tipp 1:
Bei aller Euphorie sollten Musterhäuser durchaus kritisch betrachtet werden. Es lohnt sich oft Bekannte und Freunde zu fragen, welche Erfahrungen diese beim Hausbau gemacht haben und im Nachhinein anders machen würden.
Tipp 2:
Für interessierte Bauherren bieten Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen Informationsreihen an. Fachlektüre ist ebenfalls empfehlenswert. Hier kann man sich zu Baustoffen, Bauweisen, Recht und Finanzierung informieren.
Tipp 3:
Der Grundstückspreis ist ein erheblicher Kostenfaktor. Neben dem Quadratmeterpreis sind Erschließungs- und Anschlusskosten zu beachten. Einige Kommunen belasten Hausbauer mit hohen Auflagen für den Straßenbau und das Abwassersystem. Auf dem Grundstück selbst kann ein privater Bauherr gewisse vorbereitende Arbeiten selbst durchführen.
Tipp 4.
Es ist empfehlenswert, die Bodenverhältnisse von Grundstücken in der Hanglage und in der Ebene zu prüfen. Umso sicherer kann geplant und ausgeführt werden. Die Beschaffenheit spielt bei der Erstellung des Fundaments sowie dem Kellerbau eine wichtige Rolle.
Tipp 5.
Der Bebauungsplan der Kommune sollte unbedingt eingesehen werden. Dieser gibt Aufschluss darüber, ob in der Wohngegend z.B. Wohnparks, Gewerbegebiete, Umgehungsstraßen oder Autobahnanschlüsse zukünftig geplant sind.
Tipp 6.
Vorher sollten die Bauordnungen der Kommunen bedacht werden, um Einsprüche des Bauamts ausschließen zu können. Spätere Änderungen führen in den meisten Fällen zu erheblichen Verzögerungen bei Hausbau.
Tipp 7.
Baunebenkosten (Notar-, Vermessungs- und Bauantragsgebühren etc.) betragen mit ungefähr 10 Prozent Anteil an den reinen Baukosten.
Tipp 8.
Wie groß muss die Wohnfläche sein? Worauf kann man verzichten? Was kann nachträglich noch ausgebaut bzw. erweitert werden? Einsparpotentiale ergeben sich bei großen Bädern, den Erker, bei Vorsprüngen, an Balkonen, bei Gauben oder bei Wintergärten.
Tipp 9.
Auf den richtigen Architekten, Bauleiter oder Bauträger kommt es besonders an. Bei der Wahl sollten sich Bauinteressierte eine Liste mit bereits errichteten Objekten übergeben lassen und am besten selbst bei Bauherren vorsprechen. Im Falle einer Insolvenz des Unternehmens können keine Gewährleistungsansprüche mehr gestellt werden.
Tipp 10.
Eine attraktive Möglichkeit Kosten im Rahmen zu halten, ist mit dem Architekten eine Regelung zu vereinbaren, die eine Prämie für Einsparungsvorschläge sowie die Einhaltung des Kostenrahmens zahlt.
Tipp 11.
Es ist empfehlenswert, den Baufortschritt regelmäßig zu verfolgen, um somit eventuelle Änderungswünsche rechtzeitig einzubringen.
Tipp 12.
Eine Baubeschreibung sollte keine Fragen offen lassen. Sie gilt als Voraussetzung für einen Vertrag, ist zugleich Grundlage des Vertrages und sollte durch einen Zeitplan ergänzt werden. Viele Baubeschreibungen beinhalten nur undeutliche Angaben, die mitunter immer präzisiert werden sollten.
Tipp 13:
Mit Entscheidungen zugunsten eines Wandbaustoffs bzw. einer Wandkonstruktion muss der Bauherr Jahrzehnte lang leben. Hochwertige und solide verarbeitete Baustoffe für das Fundament, die Wände und das Dach zahlen sich aus. Wer hier spart, spart am falschen Punkt. Folgekosten können bei Fehlentscheidungen immens sein. Wirtschaftlichkeit, Instandhaltung und Wohnklima sind wichtige Aspekte, die stets berücksichtigt werden sollten.
Tipp 14:
Von Vorteil sind Baustoffsysteme. Hier sind Wandbaustoffe, Putze, Mörtel, Rollladenkästen, Stürze etc. exakt aufeinander abgestimmt. Der Verarbeiter wird auf der Baustelle eingewiesen. Bei diesem Termin ist es für den Bauherrn durchaus sinnvoll anwesend zu sein, um ggf. Fragen ansprechen zu können.
Tipp 15:
Besonderes Augenmerk gilt der Kontrolle der Verarbeitung. Nur eine Qualitätsausführung schließt Mängel wie Feuchtigkeitsschäden am Baukörper oder Wärmebrücken aus. Im Zweifelsfall kann ein Sachverständiger helfen, der zwar für den Moment Geld kostet, sich jedoch schnell bezahlt macht.
Tipp 16:
Mängel sind sofort schriftlich zu fixieren. Dies gilt ebenso für unplanmäßige Veränderungen während der Bauphase. Sie sind den Beteiligten schriftlich zuzustellen. Vorteilhaft ist ein Baustellenprotokoll, das vor Ort angefertigt wird und von allen relevanten Beteiligten unterschrieben wird.
Tipp 17:
Auch eine unsachgemäße Lagerung von Baustoffen und Bauteilen kann Schäden zur Folge haben und zu Zusatzkosten führen. Mauerkronen sollten generell abgedeckt werden. Putze und Mörtel sind regensicher zu lagern. Zudem sollte man möglichen Materialdiebstählen vorbeugen. Ein abschließbarer Raum im Rohbau macht Langfingern die Arbeit schwerer.
Tipp 18:
Luftdichtheit ist bei neuen Wohngebäuden unerlässlich. Dabei gilt es vor allem Wärmebrücken zu vermeiden, die zur Bildung von Tauwasser und somit zur Schimmelbildung führen können.
Tipp 19:
Behaglichkeit hat viel mit Raumklima zu tun. Speicherfähige Baustoffe sorgen im Winter für eine gute Dämmung gegen die Kälte, im Sommer für Kühle in den Räumen.
Tipp 20:
Die Installation der Haustechnik macht einen größeren Teil der Baukosten aus. Solide Qualität mit Gewährleistungsanspruch sollte Vorrang haben. Vor der Installation der Haustechnik sollte der spätere Bedarf geprüft werden.
Tipp 21:
Sonderwünsche wie Kamin, Wintergarten oder Sauna können häufig nicht sofort realisiert werden. Sinnvoll ist es jedoch die Anschlüsse bereits vorzubereiten. Das gleiche gilt, wenn das Dachgeschoß später einmal ausgebaut werden soll. Zu- und Ableitung für Heizung, Brauchwasser und Elektrik sollten mit berücksichtigt werden.
Tipp 22:
Viele Details zur Ausstattung können immer wieder leicht erneuert werden. Vorhandene Einrichtungsgegenstände erst einmal weiter zu verwenden ist durchaus vernünftig. Je nach tatsächlichen Baukosten nach Fertigstellung und der eigenen Finanzlage kann der Austausch Zug um Zug erfolgen.
Tipp 23:
Ist der Bauwunsch gereift, sollte ein Positionspapier über die verfügbaren Finanzen erstellt werden. Ein guter Rat eines Vertrauten oder eines Fachmanns kann hilfreich sein. Ein Vergleich der Kreditinstitute lohnt sich, denn jede Stelle nach dem Komma kann das Darlehn bereits einige tausend Euro billiger machen. Zu berücksichtigen sind auch Zwischenfinanzierungen sowie parallel laufende Mietzahlungen.
Tipp 24:
Eigenleistungen sind möglich. Dennoch sollte man sich selbst nicht überschätzen. In vielen Fällen ist es günstiger die Arbeiten vom Fachmann ausführen zu lassen, anstatt sich mit wesentlich größerem Zeitaufwand abzumühen. Zudem entfallen auf Eigenleistungen die Gewährleistungsansprüche. In manchen Gebieten verlangen die Kreditgeber zur Anerkennung der Leistungen als Eigenkapital sogar eine schriftliche Erklärung ? auch von Freunden und Verwandten, die als Helfer agieren sollen.
Tipp 25:
Bauhelfer aus dem Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis müssen bei der Berufsgenossenschaft angemeldet und versichert werden. Sonst kann ein Unfall nicht nur die Freundschaft kosten, sondern auch zu erheblichen Schadenersatzforderungen führen.
Gut zu Wissen! Das Abdichten des Bauwerks ist eine wichtige Maßnahme
Das Abdichten ist ein unbedingtes Muss, um Schimmelbildung, Ausblühungen und nassen Wänden keine Chance zu geben. Vor allem Kellerräume sind aufgrund von eindringendem Wasser extremer Feuchtigkeit ausgesetzt, sodass hier unbedingter Handlungsbedarf besteht, das Problem zu beseitigen. Eine solche Maßnahme ist dringend zu empfehlen, denn entstehende Schimmelpilze sowie die Feuchtigkeit selbst sind nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern können das komplette Bauwerk dauerhaft schädigen.

Um also etwas gegen das Sorgenkind zu unternehmen, bietet sich in erster Linie die Dichtschlämme an.

Diese besteht aus verschiedenen Zementen, Mineralien und diversen, speziell abgestimmten Zusätzen. Sobald diese Masse später aufgetragen ist, was üblicherweise 3-schichtig erfolgen sollte, ergibt diese eine atmungsaktive Sperrschicht und ist zudem frost- und witterungsbeständig. Das Durchdringen des Wassers ist dann unmöglich.
Dennoch muss sorgfältig gearbeitet werden, um im Nachhinein keine bösen Überraschungen zu erleben. Schon bevor die Dichtschlämme aufgetragen wird, beginnt die Sorgfaltspflicht, denn das zu behandelnde Mauerwerk muss gereinigt werden. Alle losen und abstehenden Gegenstände müssen entfernt werden, wonach ein Abbürsten der Fläche zu erfolgen hat. Löcher, Risse und Fugen müssen extra abgedichtet werden, was mit einer Fugendichtmasse geschieht. Praktisch an diesem Produkt ist, dass es nicht nur auf nassen Flächen, Holz und Metall haftet, sondern ebenso auf diversen Kunststoffen.
Sind die kleinen Mängel also behoben, wird die Dichtschlämme endlich aufgetragen. Zu erwähnen sei auch noch, dass dieses Produkt sowohl vorbeugend als auch im Rahmen einer Sanierung zur Anwendung kommen kann.
Besonders wichtig ist ebenfalls das Abdichten von Fenstern und Türen – schließlich soll vermieden werden, dass erneut Wasser eindringt. Zur Anwendung kommt dabei der PU-Schaum. Dieser ist im ausgehärteten Zustand wasserunempfindlich und hitzebeständig bis zu 90°C. Durch die hohe Festigkeit ist der Montageschaum außerdem beständig bei Druck und Abrieb, wodurch er ein langlebiges Produkt ist. Der einzige Feind ist nur die Einwirkung ständiger UV-Strahlung. Eine solche Dauerbelastung wird jedoch kaum eintreten.

Der Größte Feund des Bauherren: Schimmelbefall in Gebäuden

Schimmelsporen werden durch die Luft weitertransportiert. Es liegt also auf der Hand, dass in jedem Gebäude Sporen verschiedener Schimmelarten zu finden sind. Der entscheidende Unterschied zwischen Gebäudeteilen, in oder an denen der Schimmel wächst und solchen, wo er nicht wächst, ist in den Lebensbedingungen zu suchen, die die Schimmelpilze dort vorfinden. Wie andere Lebewesen auch, können Schimmelpilze nur wachsen und sich vermehren, wenn bestimmte Bedingungen dafür erfüllt sind. Fehlt nur eine dieser Bedingungen, so kann der Pilz nicht wachsen. Da Schimmelpilze organische Substanzen verstoffwechseln, finden sie in Gebäuden ein breites Nahrungsangebot, wie zum Beispiel Zellulose (Tapeten, Gipskartonplatten) oder anderes Material in Wandbeschichtungen und Bodenbelägen, aber auch Staub und Schmutzreste. Außer den Gebäudeteilen wie Wände, Decken, Fensterrahmen können auch Möbel, Kleidung, Bücher usw. befallen werden.
Feuchtigkeit als Wachstumsfaktor von Schimmelpilzen
Ein gewisses Maß von Feuchtigkeit, die in Wänden oder Luft vorhanden ist, ist wesentliche Bedingung für Schimmelbildung in Gebäuden. Im Wesentlichen kommen zwei Arten von Wassereintrag in die Bausubstanz vor:
Feuchtigkeit durch Eindringen von Wasser in ein Gebäude

  • defekte Wasserleitungen z. B. Heizungsrohre, Warm-, Kalt- oder Abwasserrohre oder Dachentwässerung etc.
  • Eindringen von Schmelz- oder Regenwasser wegen schadhafter Dachabdichtung, undichten Mauerwerks, verstopftem Abfluss / Drainage, stehendes Wasser an der Hauswand, etc.;
  • Unglücksfälle: Waschmaschinenablauf, Löschwasser, Hochwasser etc.,

Feuchtigkeit durch Kondensation
Kondenswasser (oder Tauwasser) ist tatsächlich das Hauptproblem, das besonders in den jüngeren Zeiten des Energiesparens viel (juristischen) Streit zwischen Mietern und Vermietern ausgelöst hat. Die Luftfeuchtigkeit rührt nicht nur vom Baden, Duschen und Kochen her, sondern auch vom Atem und Schweiß der Bewohner, insbesondere in Schlaf- und Kinderzimmern. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen (Siehe Luftfeuchtigkeit) Biologisch ist eigentlich die Wasseraktivität – der aw-Wert – relevant. Die Wasseraktivität, die sich raumseitig an der Oberfläche eines Bauteils einstellt, hängt vom Feuchtegehalt der Raumluft und der Oberflächentemperatur des Bauteils ab.

In der kalten Jahreszeit liegt diese Oberflächentemperatur besonders in Raumecken, hinter Schränken usw. typischerweise deutlich unter der Lufttemperatur im Raum.

Ein aw-Wert von 0,8 oder mehr ist, wenn er längere Zeit vorliegt, eine typische Voraussetzung für die Entwicklung von bautypischen (wohnungstypischen) Schimmelpilzen. (Die anderen Voraussetzungen, nämlich Pilzsporen und Nährstoffe, sind meist ohnehin vorhanden.) Einzelne Bauschimmelarten treten ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % auf, ab 80 % fast alle übrigen.

  • Raumluftfeuchtigkeit schlägt sich auf kühlen Bereichen von Zimmerwänden (oder an Fenstern etc.) nieder – dort (oder an anderer Stelle, wohin das Wasser eventuell abfließt) entsteht bei vorhandenem Nahrungsangebot Schimmel.
  • Bei Gebäuden, die bis etwa 1975 errichtet wurden, war bereits die Tauwasserbildung an Fenstern und der Innenseite von Außenwänden bekannt Allerdings wurde die Schimmelbildung durch eine permanente natürliche Wohnraumlüftung vermieden. Der für die Raumhygiene notwendige Luftwechsel wurde dadurch gewährleistet, dass Fenster und Türen aufgrund ihrer Konstruktion unbemerkt ein Entfeuchten der Raumluft herbeiführten. Zum Zwecke der Energiesparung wurden die Fensterkonstruktionen in vielen dieser Gebäude durch so dichte Fenster ersetzt, dass der Austausch zwischen feuchter Raumluft und trockener Außenluft nunmehr gezielt durch Lüften herbeigeführt werden muss. Wetterabhängig (besonders im Sommer) kann jedoch Lüften auch die Feuchtigkeit der Raumluft erhöhen (besonders bei Kellerräumen); dann ist eher Heizen (oder sogar ein technisches Entfeuchtungsverfahren) angebracht.
  • Niederschlag von Raumluftfeuchtigkeit (also Kondenswasser) nimmt mit der relativen Feuchtigkeit der Raumluft zu. Bei gleichem Wassergehalt (absolute Luftfeuchtigkeit, H2O etwa in g/m3) ist diese umso höher, je geringer die (Innen-)Temperatur ist. Daher wird stets geraten, einerseits auch bei Abwesenheit zu heizen und andererseits das Lüften rechtzeitig so zu beenden, dass Raumwände und Mobiliar nicht auskühlen (Stoßlüften statt Fensterkippen). – Die Temperatur der Raumluft differiert i. Allg. zwischen verschiedenen Stellen eines Raums, insbesondere mit der Nähe zu einer Wärmebrücke (unzureichende Wärmedämmung) oder einer Kaltwasserleitung, auch zwischen verschiedenen Bereichen einer Wohnung oder eines Hauses abhängig von Nutzung/Heizung. Damit schwankt die relative Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Raums oder – bei offenen Durchgängen (Türen) – zwischen Bereichen der Wohnung/des Hauses. Relevant für Schimmelwachstum ist die relative Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche der bedrohten Nährsubstanz.
  • Undichte Dampfsperrfolien an Innendämmungen oder in Dachkonstruktionen lassen feuchte Raumluft in die Dämmschicht oder benachbarte unbeheizte Räume (Beispiel Spitzboden) eindringen und kondensieren (vgl. Wärmedämmung).
  • An der Wand stehendes Mobiliar kann eine ähnliche Wirkung wie eine Innendämmung ohne Dampfsperre haben. Es behindert die Erwärmung der Wandinnenseite und sorgt so für eine Verschiebung des Taupunkts zur Raumseite hin. Ohne eine ausreichende Absperrung des Wasserdampfs kommt es vermehrt zu Kondensation. Die Raumluft nahe einer Wärmebrücke, also einer kühlen Stelle einer Wand, bleibt umso wärmer, je schneller sie durch Strömungen im Raum ausgetauscht wird.Fehlt diese Belüftung, so sinkt die Temperatur und steigt die relative Luftfeuchtigkeit an der kühlen Wandstelle. Auch daher kondensiert Feuchte mit folgender Schimmelbildung besonders dort, wo geschlossenes Mobiliar zu dicht an Außenwänden steht und eine Hinterlüftung nicht gewährleistet ist.
  • Neben Unterbinden des Luftaustauschs durch dichtere Fugen (s. o.) bestehen (nachträgliche) Wärmedämmungsmaßnahmen gewöhnlich darin, ältere Fenster durch solche mit besser dämmendem Rahmen und Glas einzusetzen. Dies kann dazu führen, dass Raumluft vermehrt an verbleibenden Wärmebrücken (etwa Fensterlaibung) niederschlägt und dort Schimmel hervorruft – vgl. Lüften und Wärmedämmung. Allgemein fällt auf, dass Schimmel in Innenräumen gerade erst nach nachträglichen Wärmedämmungsmaßnahmen auftritt.
Vermieter/Bauherren können danach Streit mit Bewohnern zu vermeiden versuchen, indem sie auf das veränderte erforderliche Lüftungsverhalten hinweisen (z. B. Merkblatt). Die Verantwortung bleibt noch bei Vermietern/Bauherren in Bezug auf die Dämmung aller Wärmebrücken (s. o.). Bei Schimmel an der Fensterlaibung ist z. B. zu prüfen, ob die Rahmendämmung fehlerfrei durchgeführt wurde.

  • Als Beispiel kann ein Fall dienen, der einem Urteil vom Landgericht Hamburg zu Grunde liegt: Isolierverglaste Fenster wurden in einem schwach wärmegedämmten Haus eingebaut. Die Vermieter händigen ein Merkblatt über Lüftungsverhalten den Mietern aus. Dennoch nehmen Feuchtigkeitsschäden zu, im Erdgeschoss wächst Schimmel. Eine Klage der Vermieter gegen eine entsprechende Mietminderung wird im wesentlichen abgewiesen. Das Landgericht schrieb in der Begründung: „Die Verpflichtung des Mieters, sein Wohnverhalten baulichen Veränderungen anzupassen, findet dort ihre Grenze, wo das Maß des Zumutbaren überschritten wird. Mieträume müssen in bauphysikalischer Hinsicht so beschaffen sein, daß bei einem Wandabstand der Möbel von nur wenigen Zentimetern, wie er im allgemeinen bereits durch das Vorhandensein einer Scheuerleiste gewährleistet ist, sich Feuchtigkeitsschäden durch Tauwasserniederschlag nicht bilden können. Was das Lüften betrifft, kann es dem Mieter nicht angesonnen werden, über den Tag verteilt mehrfach gründlich zu lüften, nur um einen Mangel der Bausubstanz auszugleichen.“

 

2017-02-10T11:56:22+00:00