Was ist eine Kanzlei?

Was ist eine Kanzlei? Der Begriff Kanzlei hat seinem Ursprung im mittelhochdeutschen Wort kanzelie. Das lateinische Wort heißt dafür cancelli und bedeutet ursprünglich einen mit Schranken abgetrennten Raum des Regenten bzw. später auch einer Behörde. Vor allem im Gerichtshof spielte die Kanzlei eine große Rolle, um Angeklagten, Kläger und Richter voneinander abzutrennen. Geschichtlich betrachtet war die Kanzlei einst die Behörde eines Regenten oder eines Bürgermeisters mit seinen Angestellten bzw. Helfern,  die den Schriftverkehr führten, archivierten und auch für Beurkundungen zuständig waren. Der Leiter einer Kanzlei nannte sich Kanzler.
Als Kanzleien werden heute  Behörden der oberen Verwaltungsebenen bezeichnet, wenn diese keine eigenen Verwaltungsunterbau haben und auch keine Ressort Zuständigkeiten wahrnehmen, dafür aber Funktionen der Koordinierung und Abstimmung haben. Es gibt zum Beispiel die Bayerische Staatskanzlei, die Wiener Staatskanzlei.
Heute werden als Kanzlei häufig Rechtsanwalts oder Notars Büros bezeichnet. Es wird auch von der Anwaltskanzlei  oder Notariatskanzlei gesprochen. In einem Gericht wird die Abteilung, die für die Ausstellung von Urkunden und die Bewältigung des Schriftverkehrs zuständig ist als Gerichtskanzlei bezeichnet.
Auch die Büros von Steuerberatern und Patentanwälten werden heute  als Kanzleien bezeichnet. Selbst Unternehmensberater, Coaches und Versicherungsmakler bezeichnen ihre Büros heute gern als Kanzlei.
In diplomatischen Kreisen wird mit dem Begriff Kanzlei meist eine Botschaftskanzlei gemeint. Kanzlei bedeutet hier das Gebäude, in dem die Verwaltung einer Botschaft untergebracht ist.

2017-02-09T18:51:08+00:00